Vorwort
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Vor
dem Jahre 1924 waren die St.Donater Männer Mitglieder der Freiwilligen
Feuerwehr St.Michael am Zollfeld. St.Donat war jedoch eine eigene
Gemeinde. So fanden sich öfters im Gasthof des damaligen Bürgermeisters
Franz Besold "beherzte Männer" ein und kamen auf die
Gründung einer eigenen freiwilligen Feuerwehr zu sprechen. Bei
einer Generalversammlung der Feuerwehr St.Michael im Dezember 1923
wurde beschlossen, eine Filiale in St.Donat zu errichten. Bei einer
weiteren Zusammenkunft am 13.Jänner 1924, die bereits im Gasthof
Besold in St.Donat stattfand, wurde schon über den Ankauf einer
Feuerwehrspritze gesprochen, und beschlossen, bei der Firma Ferdinand
Jergitsch & Söhne eine entsprechende Spritze zu besichtigen.
Am 14. Feber 1924 erhielt der damalige Gemeindebeamte Herr Johann
Maggauer ein Schreiben des Landesverbandes für Feuerwehr und
Rettungswesen mit der Zusage, dass St.Donat als selbständige
Feuerwehr jedes zweite Jahr eine Subvention erhält. Als Filiale
von St.Michael würde es nur eine einmalige Subvention geben. |
Chronik
So fand am 9. März 1924 im Gasthof Besold die Gründungsversammlung
der Freiwilligen Feuerwehr St.Donat statt. Es wurde ein Gründungskomitee
gewählt. Dieses Komitee hielt seine erste Sitzung am 23. März
1924 ab, zu der auch Herr Bezirksverbandsobmann Leo Knaus erschien. Als
Hauptaufgabe wurde der Ankauf einer Feuerwehrspritze angesehen.
Am 27. April 1924 wurde die erste Kommandantschaft gewählt:
| Hauptmann: |
Sebastian
Grojer, Besitzer in Mairist |
| Hauptmann-Stv.: |
Johann
Höffernig, Besitzer in St.Donat |
| Spritzenleitmann:
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Leopold
Haberl, Besitzer und Schmid in St.Donat |
| Steigerleitmann: |
Jakob
Unterweger, Wagner in St.Donat |
| Steigerleitmann-Stv.: |
Gabriel
Unterweger, Wagner in St.Donat |
| 1.Adjutant,
Schriftführer: |
Johann
Maggauer, Gemeindebeamter in St.Donat |
| 2.Adjutant
und Kassier: |
Franz
Kogler, Besitzer in St.Donat |
| Zeugwart: |
Leopold
Haberl |
| Hornist: |
Alois
Kolprat |
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In
den folgenden Monaten wurde der Ankauf der vierrädrigen Karrenspritze
fixiert sowie die komplette Ausrüstung für 34 Mann angeschafft.
Es fanden erste Übungen statt und auch die Teilnahme an kirchlichen
Festen war selbstverständlich.
Am 7. September 1924 fand das große Gründungsfest samt
feierlicher Einweihung der neuen Spritze statt. Es war ein großer
Erfolg.
Der Anschaffungspreis der Spritze betrug 24.444.400,00 Kronen. |
In den ersten
Jahren des Bestehens der Wehr erfolgte die Alarmierung durch den Hornisten
Alois Kolprat. Die Pferde für die Bespannung der Feuerwehrspritze
wurden damals immer von Herrn Bürgermeister Franz Besold zur Verfügung
gestellt. Die Feuerwehrmänner fuhren großteils mit dem Fahrrad
zum Einsatzort.
Am 7.August 1927 verstarb Herr Bürgermeister Franz Besold, bei dessen
Begräbnis am 9.August die gesamte Wehr in Paradeuniformen teilnahm.
Nach seinem Ableben hat seine Gattin Frau Paula Besold die Feuerwehr weiterhin
großzügig unterstützt und auch stets die Pferde für
die Einsätze zur Verfügung gestellt.
Am 3.Feber 1928 beschloss die Gemeindevertretung ein Gemeindehaus neben
dem Pfarrhaus zu erbauen, bei dem auch für die Feuerwehr ein Depot
mit einem Schlauchturm errichtet wurde. Bereits am 19. August 1928 bezog
die Wehr ihr neues Heim, wo im Herbst 1928 auch eine Alarmsirene montiert
wurde.
Vom 3. bis 10. Mai 1931 fand eine Feuerschutzwoche für ganz Kärnten
statt, an der auch die St.Donater teilnahmen.
In diesen Jahren nahm die Feuerwehr an zahlreichen groß angelegten
Aktivitäten, wie Bezirksverbandsübungen, Landesfeuerwehrtage
und Feuerschutztage teil, half bei der Errichtung von Wasserbassins in
Blintendorf, Baiersdof, Kollerhof usw. mit, und war auch fester Bestandteil
von kirchlichen Festen wie Auferstehungsfeiern oder Fronleichnamsprozessionen.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurden die jungen Frauen von St.Donat aufgerufen,
freiwillig die Arbeit der sich im Krieg befindenden Feuerwehrmänner
zu übernehmen. Es meldeten sich unter anderem:
Frau Anna Kogler, vlg.Zechner, verh. Katzer
Frau Loisi Kogler, vlg. Zechner, verh. Knafl
Frau Gusti Kogler, vlg. Zechner, verh. Terkl
Frau Maria Kolprat, verh. Rainer
Frau Lotte Temel, verh. Hude
Frau Ridi Konrad, vlg. Schorpf, verh. Beuc
Frau Erna Granig, verh. Mödritscher
Frau Leni Aichwalder, vlg. Gratzer, verh. Telsnig
Frau Steffi Bauer
Diese jungen Frauen wurden in Übungen von Kommandant Sebastian Grojer
eingeschult und hatten bei mehreren Großeinsätzen (Brand des
Brunnhoisl-Stadels, Brand in Glandorf bei der Fa. Funder, Brand des Getreidespeichers
in Glandorf) schwierigste Situationen zu meistern.
Beim Brand des Getreidespeichers standen sie drei Tage im Dauereinsatz.
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Nach
dem zweiten Weltkrieg übernahm Franz Kogler sen. die Stelle des
Feuerwehrkommandanten.
Bereits damals nahm die Wehr regelmäßig an Sportwettkämpfen
teil. Im Juli 1949 wird mit dem Erlös aus einem Feuerwehrball
sowie aus Rücklagen ein Kraftfahrzeug der Marke Chevrolet angekauft,
von den Kameraden Rinner und Krall überholt und für den
Feuerwehreinsatz umgebaut. |
Bei der Kommandantenwahl am 23.März 1952 wurden Hans Krall zum Kommandanten
und Peter Rinner zum Stellvertreter gewählt.
Am 8.Oktober 1952 wurde die Wehr zu einem ihrer größten und
gefährlichsten Einsätze gerufen. Die Faserplattenfabrik A.Funder
jun. in Glandorf stand in Flammen. Durch den mutigen Einsatz konnte das
gesamte Lagergebäude mit allen Platten gerettet werden. Die übrige
Fabrik brannte bis auf die Grundmauern nieder.
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Im
ersten Dienstjahr der neuen Kommandantschaft wurde der Neubau eines
Rüsthauses geplant. Durch großen Einsatz aller Kameraden,
großzügige Mithilfe der Bevölkerung sowie finanzielle
Unterstützung der Landesregierung konnte das Rüsthaus direkt
an der Zollfeld-Bundesstraße gebaut werden. Am Pfingstmontag
1954 wurde die feierliche Einweihung vorgenommen.
Das Obergeschoss wurde als Wohnung genutzt. Im Untergeschoss war der
Kameradschaftsraum sowie das Fahrzeug untergebracht. |
Der technische
Ausbau der Wehr ging ebenso rasch und zielbewusst vor sich. Beim Rüstwagen
wurde ein neuer Motor eingebaut, ein Anhänger mit einer zweiten Tragkraftspritze
wurde angeschafft. So konnten nun immer zwei Löschgruppen im Einsatz
stehen.
Am 03.März 1956 stand die Wehr das erste Mal im Hochwassereinsatz.
Bei Familie Steinwender brach durch die momentane Schneeschmelze das Wasser
ein und flutete Küche, Keller, Schmiede und Stall.
Am 08.April 1956 wurde Kogler Franz jun. zum Kommandanten und Planton
Richard zum Stellvertreter gewählt.
Die Jahre 1956 bis 1958 waren von Unstimmigkeiten innerhalb der Kameradschaft
geprägt, die erst Ende 1958 endgültig beigelegt werden konnten.
Dennoch gab es schon regelmäßig Feuerwehrfeste und Feuerwehrkränzchen
in den Gasthöfen Leitgeb und Besold. Auch wurde bereits ein erster
Ausflug nach Maria Zell, Melk und Wien unternommen.
Im Jahre 1960 erhielt die Wehr einen neuen Rüstwagen - den FK 1200.
Die Nacht vom 10. auf 11. Jänner 1961 war wohl die schwerste Belastung
der Wehr seit ihrem Bestehen - es war die Nacht der 3 Brände:
Um 22.25 Uhr heulten das erste Mal die Sirenen: Es brannte das Wirtschaftsgebäude
des Dr.Knaus. Um 0.20 Uhr - In Tschirnig brannte der Stall des Herrn Vorarbergers.
Und um 1.30 Uhr brannte das Wirtschaftsgebäude in Kollerhof, Muraunberg.
Noch in derselben Nacht konnte der Täter dieser Brandlegungen gefasst
werden.
Einen weiteren schweren Einsatz hatten die Männer am 28.07.1962 zu
meistern, als in St.Veit/Glan zwei Tankwagenzüge in Flammen aufgingen
und 4 Männer bei der Explosion ums Leben kamen.
Am 19.12.1964 fand eine große 40-Jahrfeier im Gasthof Prettner statt,
zu der Kommandant Kogler viele Ehrengäste begrüßen konnte.
Am 03.März 1968 wurde Kommandant Franz Kogler zum Abschnittskommandanten
des Abschnittes Glantal und am 10.März 1968 zum Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertr.
gewählt. Er legte jedoch 1971 alle Funktionen in der Feuerwehr zurück.
Bis zur Neuwahl am 18.04.1972 war sein Stellvertreter Lassnig Alois Kommandant.
Bei dieser Neuwahl wurde Karl Tamegger sen. zum Kommandanten gewählt.
Da die Wahl des Stellvertreters nach drei Wahlgängen erfolglos blieb
- die Kandidaten lehnten die Annahme der Funktion ab - verfügte Bürgermeister
Ing. Wolte als Wahlvorsitzender, dass innerhalb von 8 Wochen Neuwahlen
durchzuführen seien. Bis dahin wurde die Wehr als Löschzug der
Hauptfeuerwache St.Veit/Glan unterstellt.
Bei der am 30.06.1972 abgehaltenen Neuwahl wurden Karl Tamegger zum Kommandanten
und Alois Lassnig zum Stellvertreter gewählt.
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1974
- bei der 50 Jahr Feier der Feuerwehr St.Donat gab Bürgermeister
Ing. Wolte bekannt, dass die Wehr mit einem neuen Rüstfahrzeug
ausgestattet wird. 1974 wurde das Löschfahrzeug - ein Unimog
- geliefert.
1976 wurde ein VW-Bus als Mannschaftstransportfahrzeug angeschafft.
Im Zuge dessen wurde der Kameradschaftsraum im Rüsthaus in das
Obergeschoss verlegt. |
Im Jahr
1980 wurde die Wehr mit Atemschutzgeräten ausgerüstet.
Ein jährlicher Fixtermin war die sogenannte "Hochosterwitz-Übung",
die meistens zu später Stunde am Magdalensberg ihren Ausklang fand.
Die Sommerfeste fanden in diesen Jahren im Gasthof Ranner in Mairist statt.
Im Jahr 1985 wurde die Jungfeuerwehr gegründet, die von OV Willi
Puschmann geführt wurde. Er arbeitete mit 13 Burschen im Alter von
12 bis 14 Jahren. Mit Unterstützung der Bevölkerung wurde eine
Hindernisbahn errichtet, auf der die Buben für das österr. Leistungsabzeichen
trainierten.
Sowohl die Jungfeuerwehr als auch die Kameraden der Freiw.Feuerwehr nahmen
regelmäßig an Sportwettkämpfen teil, wo sie hervorragende
Leistungen erzielten.
Am 07.August 1989 wurden bei Neuwahlen Manfred Elsbacher zum Kommandanten
und Franz Knappinger zum Stellvertreter gewählt.
Am 21.August 1990 wurde die Wehr zu einem äußerst schwierigen
und gefährlichen Einsatz gerufen: Explosion im Funder Werk I. Hochgiftige
Gase wurden freigesetzt und die Feuerwehr stand mit schwerem Atemschutz
stundenlang im Einsatz.
Am 11.Juli 1992 wurde erstmals das Sommerfest auf der "Prettner-Wiese"
mitten in St.Donat abgehalten. Es stellt jedes Jahr einen Höhepunkt
im Dorfleben dar und Dank der Mithilfe aller Kameraden und deren Frauen
wird es immer ein großer Erfolg.
Im September 1993 erhielt die FF St.Donat ihr neues Kleinlöschfahrzeug
mit voller Ausstattung, welches bei der 70 Jahr Feier im Juli 1994 von
Bürgermeister Mock feierlich übergeben wurde.
Bei den Jahreshauptversammlungen wird von Kommandant Elsbacher immer wieder
auf die vielfältigen Aufgaben der Feuerwehr hingewiesen. Die "technischen
Einsätze" (Hochwasser, Verkehrsunfälle, Sturmschäden,
Wasserversorgung in Trockenzeiten usw.) stellen nun einen Großteil
der Aufgaben dar.
Am 10.April 1995 stand die Trocknungsanlage der Fa.Funder in Glandorf
in Brand. Die FF St.Donat unter Kdt. Elsbacher stand an diesem Tag 18
Stunden im Dauereinsatz.
Im Jahre 1998 wurde von den Kameraden ein Zubau am Rüsthaus errichtet.
Das Kameradschaftsleben der Wehr gestaltet sich in den letzten Jahren
sehr vielseitig: Schnapserturniere, Schirennen, Eisstockschießen,
Fußballturniere, Ausflüge, Sommerfeste, Weihnachtsfeiern und
Silvesterpartys tragen viel zum guten Einvernehmen unter den Kameraden
bei.
Durch schwere Unwetter wurde die Wehr in den Jahren 2002 und 2003 besonders
häufig zu Hochwassereinsätzen in St.Donat, Glandorf und St.Veit/Glan
gerufen. Die Männer standen oft tagelang im Einsatz.
Im Jahre 2003 wurden wiederum Manfred Elsbacher als Kommandant und Franz
Knappinger als Stellvertreter in ihren Funktionen bestätigt. Mit
Manfred Elsbacher stellt die Feuerwehr St.Donat erstmals für sechs
Jahre den Gemeindefeuerwehrkommandanten.
| KOMMANDANTENTAFEL:
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| 27.03.1924
|
Sebastian
Grojer |
| Nach
dem 2.Weltkrieg |
Franz
Kogler sen. |
| 23.03.1952
|
Hans
Krall |
| 08.04.1956 |
Franz
Kogler jun. |
| 1971 |
Alois
Lassnig |
| 30.06.1972 |
Karl
Tamegger sen. |
| 07.08.1989 |
Manfred
Elsbacher |
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